Ich kann nicht mehr , Lukas . Meine Augen brennen . Mein Kopf ist leer . Ich brauche ein Bett . Hier , im Büro .
Guten Morgen, Anna. Du siehst aus wie ein Zombie. Hast du heute Nacht überhaupt geschlafen?
Ja, das ist ja das große Problem. Ich habe acht Stunden tief geschlafen, aber ich bin trotzdem extrem müde.
Herzlich willkommen beim Learn German Podcast. Ich bin Lukas. Heute sprechen wir über ein großes Rätsel unserer Gesellschaft.
Warum sind wir eigentlich immer müde?
Und ich bin Anna. Ich bin heute euer Versuchskaninchen. Wir suchen heute nach echter Energie. Ich brauche Hilfe.
Anna, du hast gerade einen sehr interessanten Widerspruch genannt. Du schläfst acht Stunden, aber du bist total müde.
Dafür nutzen wir in B1 das Wort obwohl.
Ah, obwohl. Das ist ein Konnektor, richtig? Das konjugierte Verb steht am Ende.
Exakt. Ein Beispiel. Obwohl ich acht Stunden schlafe, bin ich müde. Das ist völlig unlogisch. Aber es ist die Realität.
Ich verstehe. Hier ist mein Satz. Obwohl ich schon drei Kaffees trinke, fallen meine Augen zu.
Perfekt formuliert. Noch ein Beispiel für unsere Zuhörer. Obwohl ich Urlaub habe, bin ich sehr gestresst.
Liebe Zuhörer, wir üben das Wort obwohl. Denkt an das Verb am Ende. Sprecht laut mit. Ich schlafe viel, ich bin müde.
Obwohl ich viel schlafe, bin ich müde. Ich trinke Kaffee, ich schlafe fast ein.
Obwohl ich Kaffee trinke, schlafe ich fast ein. Es ist Wochenende, ich habe keine Energie.
Obwohl es Wochenende ist, habe ich keine Energie. Kaffee ist mein bester Freund am Morgen. Er schmeckt gut und macht mich glücklich. Ohne Kaffee funktioniere ich nicht.
Ich muss dir leider die Wahrheit sagen, Anna. Kaffee gibt dir keine echte Energie. Koffein ist ein Betrüger.
Ein Betrüger? Mein Kaffee? Das glaube ich nicht. Warum sagst du das?
Koffein blockiert nur die Müdigkeit im Gehirn. Dein Gehirn denkt, es ist wach, aber dein Körper ist immer noch erschöpft.
Oh, und was passiert, wenn das Koffein weg ist? Kommt die Müdigkeit dann zurück?
Genau das passiert. Das ist der berühmte Koffein-Crash. Du fällst in ein tiefes Loch. Du bist plötzlich extrem müde.
Ja, und dann trinke ich den nächsten Kaffee. Das ist ein schlimmer Teufelskreis.
Für diesen Teufelskreis haben wir in B1 die perfekte Grammatik. Sätze mit je-desto. Damit beschreiben wir eine direkte Entwicklung.
Ich kenne die Regel. Nach je steht das Verb am Ende. Nach desto steht das Verb direkt nach dem Komparativ.
Richtig. Hier ist das Beispiel. Je mehr Kaffee ich trinke, desto müder werde ich später.
Je öfter ich müde bin, desto mehr Fehler mache ich.
Liebe Zuhörer, bildet jetzt eigene Sätze mit je-desto. Sprecht laut und deutlich mit.
Spät schlafen, müde sein.
Je später ich schlafe, desto müder bin ich.
Viel Zucker essen, schnell erschöpft sein.
Je mehr Zucker ich esse, desto schneller bin ich erschöpft.
Wenig Wasser trinken, starke Kopfschmerzen haben.
Je weniger Wasser ich trinke, desto stärkere Kopfschmerzen habe ich.
Anna, sei ehrlich. Was hast du gestern Abend im Bett gemacht? Lief der Fernseher?
Nein, der Fernseher war aus. Ich habe nur auf meinem Smartphone gelesen. Ein paar Nachrichten, ein paar Videos. Nichts Besonderes.
Da haben wir den Haupttäter gefunden. Das Smartphone stört deinen Schlaf massiv. Es liegt an dem blauen Licht vom Bildschirm.
Blaues Licht? Aber mein Bildschirm leuchtet doch weiß.
In diesem weißen Licht ist viel blaues Licht versteckt. Blaues Licht sagt unserem Gehirn, die Sonne scheint, es ist Tag. Deshalb produziert dein Körper kein Melatonin.
Melatonin? Das ist das Schlafhormon, oder?
Ganz genau. Ohne Melatonin gibt es keinen tiefen Schlaf. Du liegst im Bett, aber dein Gehirn erholt sich nicht.
Wenn wir Dinge genau beschreiben wollen, nutzen wir B1-Relativsätze. Wir benutzen der, die, das als Relativpronomen.
Ich probiere es. Das Smartphone ist ein Gerät, das blaues Licht ausstrahlt. Das Komma ist extrem wichtig.
Sehr gut. Noch ein Beispiel. Melatonin ist das Hormon, das uns müde macht.
Die Videos, die ich abends schaue, stören meinen Schlaf. Das Verb geht immer ans Ende des Nebensatzes.
Liebe Zuhörer, verbindet die zwei Sätze zu einem Relativsatz. Sprecht laut mit. Dort liegt das Handy. Das Handy stört den Schlaf.
Dort liegt das Handy, das den Schlaf stört.
Das ist der Kaffee. Der Kaffee macht mich nicht wach.
Das ist der Kaffee, der mich nicht wach macht.
Ich kenne eine Frau. Die Frau ist immer müde.
Ich kenne eine Frau, die immer müde ist.
Anna, du isst schon wieder einen Schokoladenkeks. Zucker ist keine gute Idee gegen Müdigkeit.
Aber Zucker gibt mir sofort schnelle Energie. Mein Gehirn wacht auf, wenn ich Süßigkeiten esse.
Ja, für etwa 20 Minuten. Danach fällt dein Blutzuckerspiegel extrem schnell ab.
Du fällst in ein tiefes Loch. Das nennt man die Zuckerfalle.
Oh, deshalb bin ich nach dem Essen in der Kantine immer so müde. Das ist das berühmte Mittagstief.
Wir beschreiben jetzt Gründe. Dafür nutzen wir weil oder da. Beide Wörter bedeuten das Gleiche.
Ich bin nach dem Essen müde, weil der Blutzucker fällt. Das Verb steht wieder am Ende.
Richtig. Da benutzen wir oft am Anfang des Satzes. Da ich viel Zucker esse, habe ich keine Energie.
Liebe Zuhörer, bildet Kausalsätze. Sprecht laut mit. Ich bin müde, ich esse zu viel Zucker.
Ich bin müde, weil ich zu viel Zucker esse.
Da der Blutzucker fällt, brauche ich eine Pause.
Hörst du das? Das ist mein Alltag. E-Mails, Termine, Nachrichten. Alles gleichzeitig.
Mein Kopf ist total voll.
Atme tief durch, Anna. Das ist der mentale Stress. Das ist wie ein unsichtbarer Rucksack, den wir tragen.
Unser Körper sitzt im Büro, aber unser Gehirn läuft einen Marathon.
Ja, genau. Wir sind ständig erreichbar. Ich schalte abends nie wirklich ab.
Wenn wir gestresst sind, sind wir oft passiv. Dinge passieren mit uns.
Dafür nutzen wir auf Deutsch das Passiv.
Werden plus Partizip II.
Zum Beispiel, das Gehirn wird überlastet.
Oder die E-Mails werden ständig gelesen.
Genau. Wir sind nicht die Akteure. Von uns wird erwartet, dass wir immer produktiv sind.
Liebe Zuhörer, übt diese Passivsätze mit uns. Sprecht laut mit.
Das Gehirn wird überlastet.
Die Nachrichten werden ständig gelesen.
Lukas, wenn ich nach Hause komme, will ich keinen Sport machen.
Ich bin erschöpft. Ich lege mich auf das Sofa. Ich muss Energie sparen.
Das ist ein großes Paradoxon, Anna.
Du denkst, du sparst Energie auf dem Sofa, aber Bewegungsmangel macht uns erst recht müde.
Sport soll mir Energie geben, aber Sport macht meine Beine müde.
Wenn du dich bewegst, pumpt dein Herz mehr Sauerstoff in den Körper.
Dein Gehirn atmet. Dein Körper produziert Glückshormone.
Regelmäßige Bewegung macht uns im Alltag viel wacher.
Wir wollen jetzt höfliche Ratschläge geben.
Dafür nutzen wir den Konjunktiv II.
Ich sollte oder du solltest.
Ich verstehe. Das ist viel höflicher als ich muss.
Ich sollte jeden Tag spazieren gehen. Ich sollte weniger Zucker essen.
Du könntest auch Sport treiben, um den Stress abzubauen.
Liebe Zuhörer, gebt euch selbst Ratschläge mit dem Konjunktiv II.
Sprecht laut mit.
Frische Luft. Spazieren gehen.
Ich sollte an der frischen Luft spazieren gehen.
Süßigkeiten. Vermeiden.
Ich sollte weniger Süßigkeiten essen.
Lukas, was mache ich, wenn ich im Büro wirklich extrem müde bin? Darf ich kurz schlafen?
Ja, ein Powernap ist fantastisch. Aber er darf maximal 20 Minuten dauern.
Wenn du länger schläfst, fällst du in den Tiefschlaf. Dann bist du danach ein Zombie.
Ich schlafe also nur 20 Minuten, um nicht in den Tiefschlaf zu fallen.
Perfekt. Das ist ein Finalsatz mit Um-zu. Wir drücken damit ein Ziel aus.
Ich stelle mir den Wecker, damit ich rechtzeitig aufwache.
Es gibt noch mehr Tricks, Anna. Trinke ein großes Glas eiskaltes Wasser.
Oft sind wir nicht müde, sondern nur dehydriert.
Das Wasser schmeckt gut. Es ist sehr erfrischend. Und was noch?
Steh auf, öffne das Fenster und strecke dich. Atme tief ein. Wasche dein Gesicht mit kaltem Wasser.
Das weckt das Nervensystem sofort auf.
Das funktioniert. Ich brauche keinen Kaffee mehr. Ich brauche Wasser und Bewegung. Ich fühle mich großartig.
Liebe Zuhörer, wir üben die Finalsätze zum Abschluss. Sprecht laut mit.
Ich trinke Wasser. Ich möchte wach werden.
Ich trinke Wasser, um wach zu werden.
Ich stelle den Wecker, ich will nicht tief schlafen.
Ich stelle den Wecker, um nicht tief zu schlafen.
Liebe Zuhörer, wir haben das Rätsel der Müdigkeit gelöst. Fassen wir die besten Strategien zusammen.
Erstens, das Smartphone bleibt abends aus. Zweitens, weniger Zucker essen.
Drittens, ein kurzer Spaziergang am Abend. Viertens, ein Powernap dauert maximal 20 Minuten.
Fünftens, viel kaltes Wasser trinken.
Das ist Eure B1-Hausaufgabe für diese Woche. Probiert unsere Tipps im Alltag aus.
Schreibt auf Deutsch, was macht Euch im Alltag besonders müde. Schreibt drei Ratschläge für Euch selbst auf.
Benutzt den Konjunktiv 2, ich sollte oder ich könnte.
Trinkt jetzt ein Glas Wasser, öffnet das Fenster und atmet tief durch.
Wir danken Euch herzlich fürs Zuhören. Bleibt immer wach, lernt fleißig Deutsch und bis zum nächsten Mal.
Tschüss!
Wir hören uns nächste Woche. Gute Nacht, schlaft gut und auf Wiedersehen!